Montag, 22. Januar 2007

Wir müssen keine Feinde sein....

Dass Juden und Muslime nicht natürlicherweise Feinde sein müssen, beweisen hierzulande einige - leider wenig bekannte - Initiativen, die von jüdischen und muslimischen Bürgern ins Leben gerufen wurden. Schließlich teilen wir einige Alltagsprobleme miteinander, sei es die Beschaffung geeignter Nahrung, das Finden eines Kindergartens, in dem unsere Kinder nicht mit christlichen Werten überrollt werden oder aber auch die Feindschaft gewisser ewiggestriger Gesinnungsgenossen. Oder auch neuer Rechtsradikaler. Mögen diese auch mit den Feinden Israels sympathisieren, die Muslime hierzulande sind ihnen meist ebensowenig willkommen wie wir.

In der Onlinezeitung, die ich bereits im letzten Artikel erwähnte, stieß ich auf einen interessanten Artikel über eine muslimische Familie aus Albanien, die spät, aber berechtigt von der ADL ausgezeichnet wurde:


http://galvestondailynews.com/wire.lasso?report=/dynamic/stories/A/ALBANIA_JEWS?SITE=TXGAL&SECTION=HOME&TEMPLATE=blank.html&CTIME=2007-01-18-14-16-31

Albanien ist ja ein Land, über das wir hierzulande nur recht wenig wissen. Wer dort mit Juden sympathisierte, hatte offensichtlich auch über 1945 hinaus staatliche Verfolgung zu fürchten, trotzdem gab es Muslime und Christen, die sich dadurch nicht abschrecken ließen und weiter zu ihrer offenen Haltung standen. Hoffen wir mal, dass sich auch hier der Trialog weiterentwickelt, da wir keine staatlichen Repressalien zu fürchten haben!

Kommentare:

grenzgaenge hat gesagt…

mirjam, ich verstehe diesen satz nicht, erklaere ihn doch bitte mal .....

"Mögen diese auch mit den Feinden Israels sympathisieren, die Muslime hierzulande sind ihnen meist ebensowenig willkommen wie wir."

Mirjam Lea hat gesagt…

Na, zum Beispiel die Skins, die werden türkischen Muslimen gegenüber doch auch übergriffig, obwohl sie die Palästinenser bejubeln. Ist doch eine beliebte neofaschistische Taktik, den Islam in arabischen Ländern zu bejubeln, dass er nur schön da bleibt und hier gegen den Bau von Moscheen zu protestieren...

Jehudiel hat gesagt…

Die Taktik der Rechtsextremen ist bekannt: Islamfreundlich solange es gegen Israel geht, aber ausländerfeindlich und islamophohb sobald es um Muslime in Deutschland geht.

Das bedeutet für uns Juden, dass wir das exakte Gegenteil von den Rechtsextremen tun müssen: Wenn es um Israel geht, müssen wir den Islam bekämpfen, aber wer in Deutschland als Jude lebt, befindet sich mit Muslimen und Muslimas im selben Boot. Wir müssen keine Feinde sein! Warum auch? Es sind doch nicht dieselben Menschen - Muslime in Deutschland sind völlig anders als jene im Nahen Osten. Schalom aus Israel!

Mirjam Lea hat gesagt…

Hallo Jehudiel,

freut mich deine Meinung zu hören! Das ist nämlich genau meine Erfahrung, ich hatte zum Beispiel oft Hilfe von Muslimen, wenn es um die Vorbereitung von Festen ging. Bei Etz Ami ist ja das Geld immer etwas knapp, und da ist so ein türkischer Gemüsehändler, der mal eben eine Kiste Gemüse spendiert schon eine kleine praktische Hilfe! Auch auf "höheren Ebenen", sprich im kulturellen Austausch, habe ich bisher nichts neagtives erlebt (ich wußte zum Beispiel nicht, dass es im Islam einen der Ketuba ähnlichen Ehevertrag gibt.)

Leider werden hier in Deutschland lebende Muslime gern mit den Hisbollahis über einen Kamm geschoren. Ich finde das besonders unverschämt, wenn es von Deutschen kommt, die für sich in Anspruch nehmen, kleine Heilige zu sein und so tun als wären die deutschen Verbrechen schon Jahrhunderte her...

Naja, jetzt will ich aber nicht meinerseits polemisch werden...

LG aus Deutschland

Mirjam